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Was ist eigentlich das Japanische an Sekai Colori?

Bei Sekai Colori treffen zwei Kulturen aufeinander: Japan und Italien. Doch was ist eigentlich das Japanische an unseren Schals und Tüchern, genauer gesagt an den Textildesigns? Ich, Anka, habe lange Zeit in Japan gelebt und wurde dort maßgeblich in meinem ästhetischen Empfinden geprägt. Die japanische Ästhetik lebt von verschiedenen Aspekten, von mehreren Idealen. Diese werde ich euch hier einmal genauer vorstellen.

Japanische Ästhetik

Die japanische Ästhetik ist Grundlage des japanischen Designs und der Kunst. Sie hat ihren Ursprung im buddhistischen Glauben an die Unbeständigkeit des Seins und in der Lehre der konfuzianistischen Selbstkultivierung. (vgl. Internet 1)

Sie ist der Weg zur „moralischen Selbstvervollkommnung durch ständiges Lernen, Reflexion und bewußte Anstrengung“ (Internet 2).

Fünf Begriffe bilden den Grundsatz der japanischen Ästhetik: Harmonie, Einfachheit, Asymmetrie, Nähe zur Natur und Vergänglichkeit. (vgl. Internet 3)

Um die Ideale der Ästhetik genau definieren zu können und deren Eigenschaften besser zu beschreiben, wurde sogar im Verlauf der Jahrhunderte ein Vokabular entwickelt. Bei der Kollektionsentwicklung wurde Schwerpunkt auf die Leitgedanken „Wabi-Sabi“, „Shibusa“, „Yūgen“, „Yohaku-no-bi“, „Gutai“ gelegt.

Wabi-Sabi“ steht für die „Schönheit unvollkommener, vergänglicher und unvollständiger Dinge. (…) anspruchsloser und schlichter Dinge. (…) unkonventioneller Dinge“. (Koren, S.7)

Zusammengefasst beschreibt „Wabi-Sabi“ die Ästhetik des Unperfekten, die durch Asymmetrie, Rauheit, Unregelmäßigkeit, Einfachheit und Sparsamkeit charakterisiert wird und repräsentiert so das Leitbild der Vergänglichkeit der Dinge. Dieser Verfall wird keineswegs als negativ bewertet, vielmehr steht er für Veränderung und den Kreislauf des Lebens. Mit Wabi-Sabi werden die natürlichen Eigenheiten der Dinge gewürdigt. (vgl. Internet 4)

Der Begriff „Shibusa“ schließt sich hier an, abgeleitet vom Adjektiv „shibui“, das auf Deutsch „schlicht, dezent, sparsam“ bedeutet. (vgl. Internet 4) Shibusa gibt ebenfalls die Schönheit der einfachen Dinge wieder und schließt nach dem Prinzip „weniger ist mehr“ die Merkmale Schlichtheit, Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit ein.

Yūgen“ bedeutet „dunkel, tief, mysteriös“ und setzt den Gedanken des Wabi-Sabi fort. Dabei wird jedoch auf die tiefer liegenden Weiten der Objekte gedeutet. Das Angedeutete, Verborgene hat hier einen höheren Stellenwert als das Offensichtliche und offen Gezeigte. Wirklich zu greifen ist der Begriff schwer, er beschreibt eher eine Stimmung oder ein Gefühl. (vgl. Internet 4)

„Die Schönheit des übrig gebliebenen Weiß“ verkörpert der Ausdruck „Yohaku-no-bi“. Nach diesem Leitgedanken werden in Kunstwerken oft freie Stellen gelassen. Es wird nicht alles abgebildet und das Bild erhält so etwas Geheimnisvolles, Verborgenes. Für das Prinzip des „Nicht-offen-Zutagetreten des Schönen“ stehen auch die bekannten japanischen Kurzgedichte, die sogenannten „Haiku“, die aus wenigen Silben oder Lauteinheiten bestehen und stets etwas Unausgesprochenes und Raum für freie Gedanken und Empfindungen lassen. (vgl. Internet 5)

Ein Beispiel von Matsuo Bashō, einer der bedeutendsten Dichtern Japans:

Japanisch

古池や
蛙飛び込む
水の音

Transkription

furu ike ya
kawazu tobikomu
mizu no oto

Übersetzung

Der alte Weiher:
Ein Frosch springt hinein.
Oh! Das Geräusch des Wassers.

Aus der zeitgenössischen Strömung kommt die Definition „Gutai“, die übersetzt „konkret, gegenständlich“ heißt. Sie bezeichnet das Prinzip, dass Materialien als das verwendet werden, was sie sind und nicht verändert werden, um etwas anderes darzustellen. Die wahre Bedeutung und Beschaffenheit der Dinge werden so in den Mittelpunkt gerückt. (vgl. Internet 4)

Auf Grundlage dieser Ideale weist das japanische Design zusammenfassend drei charakteristische Elemente auf: Einfachheit, Funktionalität und Minimalismus. (vgl. Slesin, Cliff, Rozensztroch. S.1) Alte, traditionelle Formen und Gestaltungen werden immer wieder neu aufgegriffen und mit modernen Materialien verbunden. (vgl. Slesin, Cliff, Rozensztroch. S.IX)

So entstand in Japan eine spannende Verschmelzung von Tradition und Moderne, die an vielen Stellen zu finden ist: in der Architektur, der Mode oder der allgemeinen Lebensart. Der Stil befindet sich auch heute noch in stetigem Wandel.

 

Klarheit, Minimalismus, Präzision, Mut zur weißen Fläche, die Schönheit des Unperfekten: all diese Ideale fließen in die Gestaltung der verschiedenen Drucke für unsere Schals und Tücher ein. Auch die neue Schalkollektion für Frühjahr/ Sommer 2014 ist wesentlich dadurch geprägt.
Im Moment befindet sie sich im Baden-Württembergischen Ländle in Produktion. Insgesamt wird es 19 neue tolle Motive auf unterschiedlichen Modellen – Schals, Tücher, Schlauchtücher und die beliebten Einsatz-Loops – geben, dazu kommen wieder schöne Jerseyloops in verschiedenen Tönen und Farbkombinationen. Ab April wird die Frühjahr-/ Sommerkollektion dann in unserem Onlineshop erhältlich sein. Wir freuen uns drauf und ihr dürft gespannt sein! 

 


Quellen

Koren, Leonard (1994). Wabi-Sabi für Künstler, Architekten und Designer. Hg. Matthias Dietz. Übs. Ruth Jäschke. 6. Auflage 2007. Tübingen: Ernst Wasmuth Verlag GmbH & Co., 1995.

Slesin, Suzanne/ Cliff, Staffort/ Rozensztroch, Daniel. Japanese Style. Ü.d.A. 1. Auflage. Clarkson Potter. 1987

Internet 1: Wikipedia®. Japanische Ästhetik. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Japanische_%C3%84sthetik . 13.07.2012. [Google Suchbegriff: Japanische Ästhetik. Stand 12.09.2012]

Internet 2: Sun, Wai-Kwong. Der Idealmensch des Konfuzius in paulinischer Betrachtung. URL: http://books.google.de/books?id=rpsHyYofocUC&pg=PA162&lpg=PA162&dq=selbstkultivierung+definition&source=bl&ots=sJ47MPAP-H&sig=kWsoNiQs-SrM-Ozon7I7l6c3xPg&hl=de&sa=X&ei=GlmnUMKOCqyL4gTSt4FY&sqi=2&redir_esc=y#v=onepage&q=selbstkultivierung%20definition&f=false . Lit Verlag. 2011 [Google Suchbegriff: selbstkultivierung definition. Stand 17.11.2012]

Internet 3: Takahama. Japanische Ästhetik. URL: http://www.kusamono.ch/japanische%20Aesthetik.htm . 21.08.2005. [Google Suchbegriff: Japan Ästhetik. Stand 17.11.2012]

Internet 4: Wikipedia®. Japanische Ästhetik. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Japanische_%C3%84sthetik . 13.07.2012. [Google Suchbegriff: Japanische Ästhetik. Stand 12.09.2012]

Internet 5: Wikipedia®. Matsuo Bashō. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Matsuo_Bash%C5%8D . 13.11.2012. [Google Suchbegriff: Matsuo Bashō. Stand 17.11.2012]

Beitragsbild: URL: http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000Skb_qQm_.ts/s/880/880/Wabi-Sabi-Leaf-Art-002.jpg © Elena Ray [Google Bildersuche: Wabi-Sabi. Stand 02.12.2012]

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